Befehle des Menübands überspringen
Zum Hauptinhalt wechseln
Navigation nach oben
Anmelden

THEATERPÄDAGOGIK

Theater macht Schule -Schule macht Theater


 
 

 Theaterpädagogik - Christine Perri

 
wenn ich gehe, gehe ich – wenn ich sitze, sitze ich – wenn ich esse, esse ich
aus dem Zen – Buddhismus

 

Theaterpädagogische Projekte

Schuljahr 2018/19


Schwerpunktthema

meiner heurigen theaterpädagogischen Arbeit ist Identität und Sein.
Das Zitat aus dem Zen – Buddhismus Wenn ich gehe, gehe ich, wenn ich sitze, sitze ich, wenn ich esse, esse ich, klingt so einfach, und dennoch ist es unglaublich schwierig, sich zu spüren und einfach nur zu sein. Präsent zu sein in einer Zeit mit hochrasantem Tempo und einer kaum zu fassenden Schnelllebigkeit. Bewusst zu hören und zu horchen, zu sehen und zu schauen, zu denken und zu sprechen, zu entscheiden und zu handeln sind Fähigkeiten, die für ein erfülltes Leben und ein gesundes Miteinander absolut notwendig sind und deren Entwicklung es zu fördern gilt. Denn es ist leicht, sich zu verlieren und vom Strom der Massen treiben zu lassen.

Gerade Kinder und Jugendliche sind diesem Phänomen vermehrt ausgesetzt. Die unglaubliche Entwicklung der sozialen Netzwerke erschwert das Ganze. Vieles dient nur dem Schein, ich bin überall sichtbar, immer erreichbar, überaus beliebt und mit einer unüberschaubaren Anzahl von „Freunden“ vernetzt, die all meine Posts gut finden und mich liken…und doch sprechen wir Menschen immer weniger miteinander, wir kennen weder einander noch uns selbst. Ich beobachte immer wieder, wie Kinder und Jugendliche von den Erwachsenen alleine gelassen oder zu wenig begleitet werden, und die Orientierung verlieren. Ich nenne sie meistens die ‚luftigen Kinder‘ – Kinder, die den Boden unter ihren Füßen nicht spüren und keinen Halt haben.

Kreatives Tun, in Kombination mit Leichtigkeit und Spaß, stärkt die Persönlichkeit und den Charakter und ermöglicht, das eigene Tempo zu verlangsamen und sich dabei neu zu orientieren. Das kurze Innehalten eröffnet neue Perspektiven und verändert Handeln und Denken. Die punktuelle Konzentration, die dabei ständig abverlangt wird, festigt die innere Stabilität, ermöglicht das Sein im Hier und Jetzt und einen erweiterten Blick auf die eigene Identität und dem Umfeld, in dem man sich bewegt. Erst dann ist es möglich, zurückzuschauen und den Blick nach vorne zu richten.


1.      Theater als Möglichkeit kreativen Ausdrucks und spielerischen Spracherwerbs.

Kreativität und Spiel sind Ausgangspunkt einer jeden Theaterarbeit. Im Tun entstehen in der Gruppe neue Dynamiken, die es jedem einzelnen ermöglichen, sich auf unterschiedliche Weise zu zeigen, Neues auszuprobieren und sich und die anderen besser kennenzulernen. Es kommt zu Begegnungen, es entstehen Beziehungen.
Sprache – die gesprochene und die Körpersprache gleichermaßen – wird mit allen Sinnen erfasst, erprobt und eingesetzt, und so lassen sich auch Schüler mit Migrationshintergrund meist begeistert auf die Arbeit ein und beteiligen sich aktiv.
Figurenbeschreibungen, Texte, Szenenabfolgen, Dialoge werden von den Schülern einzeln oder in kleinen Gruppen nach den Improvisationsphasen selbst geschrieben. Der Text ist demnach das Endprodukt, am Anfang stehen das Spiel und das leere Blatt und manchmal eine Geschichte als Ausgangspunkt.
(siehe dazu Arbeiten der Klassen MS 2C - Stuhlgeschichten, MS 3D, GS Tappeiner 5A/B, GS Wolkenstein 2.GT – Das Kleine Ich bin Ich)

2.      Szenisches Lesen – Szenisches Vortragen

Dabei handelt es sich um die Interpretation von Texten aus der Kinder – und Jungendliteratur sowie von Sach- bzw. themenspezifischen Texten. Einerseits geht es um die Förderung des Lesens aus lesetechnischer Sicht, andererseits wird der Umgang mit einem Text geübt, den sich die Schüler sozusagen aneignen müssen, indem sie persönliche Akzente setzen. Die Interpretationsmöglichkeiten eines Textes sind vielfältig, es liegt im Ermessen des Vorlesers, eine für ihn passende zu finden und sie dann am Vorlesen zu üben. Dabei wird den Schülern bewusst, dass Satzzeichen beim Vorlesen und Interpretieren eine besondere, durchaus andere Rolle spielen, als im Unterricht gelernt; dass Pausen sehr wichtig sind, um dem Text Entfaltungsmöglichkeiten im Raum und in den Köpfen des Zuhörers zu geben; dass es in jedem Text Schlüsselwörter gibt, an denen der Text sozusagen abrollt und die dem besseren Verständnis für den Zuhörer dienen.
Und schließlich kommt die Arbeit mit und am Subtext dazu, der natürlich auch eine große Rolle spielt, denn er hilft, einem Text die nötige Gewichtung zu geben und dem Zuhörer das Vorgelesene verständlich zu machen. Der Subtext ist aus dem Text abzuleiten und dafür braucht es Sprach- und Fingerspitzengefühl und die Lust am Entdecken. Diese Arbeit ist meist eine sehr kreative, weil der Subtext auch gespielt werden kann, während der eigentliche Text vorgelesen wird.
Das Vorlesen selbst ist immer eine große Herausforderung, da der Leser mit seinem Gegenüber in Kontakt bleiben und selbst mit Haltung und Stimme überzeugen muss.
(siehe dazu Bewegte Gedichte GS Wolkenstein 5.Kl.R., Kurzgeschichten GS Schweitzer 3B und MS 2D, Balladen MS 2A, Szenisches Lesen MS 2B, Textcollage GS Schweitzer 5.Kl.)



3.      Präsent

setzt sich einerseits mit dem Vortragen und Vorstellen auseinander, andererseits mit der Kunst, den Zuhörer für sich und sein Thema zu gewinnen und damit seine Aufmerksamkeit zu bekommen. Im Gegensatz zum Szenischen Lesen geht es hier um das freie Sprechen. Auch hier ist es wichtig, ja unerlässlich, sprachliche Akzente zu setzen, sich gedanklich Brüche und Gänge zurechtzulegen, um sich zum einen selbst Halt und Sicherheit zu geben und zum anderen dem Zuhörer das Verständnis zu erleichtern und ihn so gut wie möglich zu involvieren.
Die Schüler üben sich in selbstbewusstem Auftreten und schulen punktuelle Konzentration. Denn freies Reden vor versammelten Leuten, Inhalte präsentieren, sich klar und verständlich ausdrücken, sich nicht verunsichern und aus der Ruhe bringen lassen sind grundlegende Fertigkeiten für jeden von uns und im Besonderen auch für Schüler einer Prüfungsklasse.
(siehe dazu MS 3A/B/C/D)

4.      Soziales Lernen

Natürlich steckt in jeder Arbeit auch der Aspekt des sozialen Miteinanders im Vordergrund und nimmt einen großen Stellenwert in meiner Arbeit ein.
Hier erwähnt seien aber noch die Treffen für die Schüler der ersten Klasse, bzw. jener Klassen, in denen ein Lehrerwechsel stattgefunden hat. Diese Treffen biete ich mittlerweile regelmäßig im Herbst an, um die neue Klassengemeinschaft zu festigen und den Start in der neuen Schule zu erleichtern.
(siehe dazu MS 1A/B/C/D/E/F sowie 2E, GS Tappeiner 3A, 4.Kl., GS Schweitzer 2A, 2B, 3A, GS Wolkenstein 4.GT., 5.GT, 3.Kl.Regel)


 

 Theater über "Carl Wolf" Klasse 3F

 
 

 Im Jahresüberblick

 

habe ich alle geplanten Groß – und Kleinprojekte aufgelistet, die im Theater in der Altstadt, in der Aula Magna der Oberschule WFO, in der Aula Magna der Mittelschule und in der Aula Magna der jeweiligen Grundschule mit einer Aufführung ihren Abschluss finden.

Ausgehend von verschiedenen theaterpädagogischen Übungen und Improvisationsstrukturen bearbeite ich mit den Schülern der einzelnen Klassen Themen wie Freundschaft,
unser Miteinander, Alleinsein, Migration, Mut, Angst, Wut, Zivilcourage, sich Öffnen und Zuhören, sich Finden.

Kleinere Projekte nach dem Modell einer Theaterwerkstatt


Schule

Kl.

Ansprech-

Partner/in

Zeitraum

ARBEITSThema

 

Präsentation-ort

 

 

1. Halbjahr und 2. Halbjahr

 

 

Instrumen-talgruppe

 

1.-3.E

S.Wolters,

Ch Stückel-schweiger

 

Oktober -Mai

Szenisches Musizieren

Aula MS/Aula FOS

 

MS

 

1D

Lukas Adler

September

Oktober

Soziales Lernen

/

 

MS

 

1A

Stefanie Pinggera

September

Oktober

Soziales Lernen

/

 

MS

 

1B

Simone Pircher

September

Oktober

Soziales Lernen

/

 

MS

 

1F

Franziska Frei

September

Oktober

Soziales Lernen

/

 

MS

 

1C

Irene Weiss

September

Oktober

Soziales Lernen

/

 

MS

 

1E+ 2E

Andrea Terzer Ulrike Trogmann

November

Soziales Lernen

/

 

GS Tappeiner

 

3A

Verena Aichner

November - April

Soziales Lernen

/

 

GS Tappeiner

 

4. Kl.

Monika Lechner

Oktober - März

Soziales Lernen

/

 

GS Schweitzer

 

2A

Patrizia Schöpf

September/

Oktober

 

Soziales Lernen

/

 

GS Schweitzer

 

2B

Martina Tumler

September/

Oktober

Soziales Lernen

/

 

GS Schweitzer

 

3B

Sonja Ceccarini

September-April

Kurzgeschichten

/

 

GS Schweitzer

 

3A

Patrizia Perkmann

November/

Dezember

Soziales Lernen

/

 

GS Wolkenstein

 

3.Kl.R.

Evelyn Widmann

Oktober/

November

Soziales Lernen

/

 

GS Wolkenstein

 

5.GT

Loretta Beatrici

Oktober/

November

 

Soziales Lernen

/

 

GS Wolkenstein

 

4.GT

Loretta Beatrici

Dezember/

Jänner

Soziales Lernen

/

 

MS

 

3A/B/C/D

Deutsch-lehrer

März-Mai

 

Präsent

/








 

Projekte mit Endaufführung


Schule

Kl.

Ansprech-

partner/in

Zeitraum

ARBEITSThema

 

AuffÜhrungs-ort

 

 

MS

 

 

2C

Irene Weiss

September/

Oktober

Stuhlgeschichten

Aula MS

 

MS

 

 

2A

Stefanie Pinggera

November-März

Balladen

Aula MS

 

MS

 

 

3D

Burgi Leiter

Oktober-Februar

Migration

Aula der WFO

 

GS Tappeiner

 

5A

Walburg Ladurner

Oktober - Februar

Freundschaft

Theater in der Altstadt

 

GS Wolkenstein

 

2.GT

Nicole Ladurner

November-Mai

Das Kleine Ich bin Ich                         Mira Lobe

Aula GS

 

MS

 

 

2B

Sonja Engl

März-Mai

Szenisches Lesen

Aula MS

 

MS

 

 

2D

Burgi Leiter

März-Mai

Kurzgeschichten

Aula MS

 

GS Tappeiner

 

5B

Birgitt Hafner

Jänner –

Juni

noch zu definieren

Theater in der Altstadt

 

GS Schweitzer

 

5.Kl.

Elisabeth Mahlknecht

März-Mai

Textcollage

Aula GS

 

GS Wolkenstein

 

5.Kl.R

Sabine Reiterer

März-Mai

Bewegte Gedichte

Aula GS


http://www.snets.it/SSP-MeranStadt/PublishingImages/Theater.png
 

 Schüler-Stimmen

 

Die theaterpädagogische Arbeit bedeutet für mich…
Stimmen von Schülerinnen und Schülern der dritten Klassen der Mittelschule


Wichtig für das Selbstvertrauen

Gut für Teamgeist und für die Klassengemeinschaft

Man muss sich ganz auf sich konzentrieren und immer wieder etwas Neues erfinden.

Man muss zusammenhalten; und komplizierte Dinge sollten man einfach einmal ausprobieren.

Eine Gruppe soll zusammenhalten

Dass man aufmerksam und einfallsreich sein sollte, es braucht auch Mut.

Wir müssen aufeinander schauen und erkennen, was die anderen machen.

Aufeinander Warten

Einfach weiterzumachen, auch wenn man ausgelacht wird.

Freundschaft

Damit wir nachdenken

Ich habe gelernt, Wörter zu erfinden.

Nicht viel

Wichtig für das Verstehen ohne Worte

Sie soll das Soziale stärken

Ich habe gelernt, wie man sich auf der Bühne bewegt.

Immer etwas Neues zu entdecken und zusammenzuhalten.

Eine ganze Gruppe hinter mir zu fühlen war überwältigend. Gleichzeitig musste ich auch Verantwortung übernehmen.
Ich habe mich in der Gemeinschaft aufgenommen gefühlt, wir waren eine starke Einheit. Allerdings musste ich auch peinliche Situationen überstehen.


Jeder kann über sich selbst bestimmen und muss eigene Entscheidungen treffen.