(Beschluss des Lehrerkollegiums vom 26. Mai 2010)

Gesetzliche Grundlagen:

·    Beschluss der Landesregierung vom 19.01.2009, Nr. 81; Rahmenrichtlinien des Landes für die Festlegung der Curricula für die Grundschule und Mittelschule an den autonomen deutschsprachigen Schulen Südtirols
 
Lernberatung
Die Lernberatung ist sowohl für die Schülerinnen und Schüler als auch für die Lehrpersonen von grundlegender Bedeutung. Sie führt zu einer gemeinsamen Reflexion über den Leistungs- und Entwicklungsstand und ermöglicht gleichzeitig eine Absprache über die weiteren Lernschritte. Im Dialog zwischen Lehrendem und Lernendem und in enger Zusammenarbeit mit den Eltern bzw. Erziehungsberechtigten gewinnen alle Beteiligten einen vertieften Einblick in die Fähigkeiten und Entwicklungsmöglichkeiten der Heranwachsenden.
 
Dokumentation und Reflexion der Lernentwicklung
Eine kontinuierliche Dokumentation und Reflexion der Lernentwicklung verhilft der Schülerin und dem Schüler, eigene Lernfortschritte zu erkennen, Selbstverantwortung für das eigene Lernen zu übernehmen, erreichte Kompetenzen und bedeutungsvolle Lern- und Entwicklungsschritte sichtbar zu machen. Selbsteinschätzung und Selbstbeurteilung der Schülerinnen und Schüler werden ergänzt durch die Fremdeinschätzung und Fremdbeurteilung. An jeder autonomen Schule legt das Lehrerkollegium Kriterien und Maßnahmen für die konkrete Umsetzung der Lernberatung und Dokumentation der Lernentwicklung der Schülerinnen und Schüler fest.

Konzept:

1. Wer übernimmt die Funktion des Lernberaters/der Lernberaterin?

Jede Lehrperson der Klasse hat im Rahmen ihrer Fächerzuweisung und im Rahmen der gemeinsamen Vereinbarungen im Klassenrat die Pflicht zur Lernberatung und zur Dokumentation der Lernentwicklung der Schüler/innen.
Der Klassenrat koordiniert die Lernberatung.
 

2. Aufgaben der Lernberatung

·    mit allen Lehrpersonen des Teams/des Klassenrates zusammenarbeiten,
·    mit dem Schüler/der Schülerin Gespräche führen (Reflexion über Verhalten, Lernprozesse, persönliche Anliegen …),
·    den Schüler/die Schülerin bei der Führung der Dokumentation der Lernentwicklung unterstützen und beraten,
·    mit dem Schüler/der Schülerin bei Bedarf schriftliche Vereinbarungen treffen (zu den eigenen Fächern, zu fächerübergreifenden Kompetenzen, zu Zielen im Bereich der Selbst- und Sozialkompetenzen),
·    Erziehungs- und Fördermaßnahmen vorschlagen,
·    den Schüler/die Schülerin bei der Auswahl im Wahlpflicht- und Wahlbereich beraten,
·    Beratungsgespräche mit den Fachlehrkräften vereinbaren.
 

3. Rahmenbedingungen für das Gelingen von Lernberatung

·    Die Lernberatung für Schüler/innen erfolgt im Rahmen des Kernunterrichtes.
·    Die Beratungsgespräche/Orientierungsgespräche sind persönlich und/oder kollektiv.
·    Beratungsgespräche mit Eltern werden außerhalb der Unterweisungszeit der betreffenden Lehrperson und nach Vereinbarung durchgeführt.
·    Die Schüler/innen können nach Vereinbarung die wöchentliche individuelle Sprechstunde und den Elternsprechtag nutzen.
·    Für die Lernberatung werden Zeitfenster vorgesehen.
·    Die Beratungsgespräche mit Schülern/Schülerinnen erfolgen in überschaubaren Abständen.
 

4. Unterstützungsmaßnahmen:

·    Personenbezogener Lernplan:
Der PLP wird auf Sprengelebene erstellt, ist eine schüler/innen- bezogene Formulierung der Kompetenzen und bildet die Grundlage für die Selbsteinschätzung des Schülers/der Schülerin und die Fremdeinschätzung der Lehrkräfte. Freiräume für zusätzliche Zielsetzungen und Vereinbarungen sind vorgesehen. Das Layout wird nach Möglichkeit von den Schülern/Schülerinnen selbst ausgestaltet.
·    Dokumentation der Lernentwicklung:
Verwendet wird ein Ordner mittlerer Stärke, unterteilt in die verschiedenen Fachbereiche sowie den Selbst- und Sozialkompetenzen. Das Dokument wird jährlich fortgeschrieben, liegt in der Schule auf und wird am Ende einer Schulstufe dem Schüler/der Schülerin übergeben. Wichtige Schülerarbeiten und Bestätigungen ergänzen die Dokumentation.