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20. Oktober 2017

 

PRESSEMITTEILUNG

 

 

Island lernt von Südtiroler Schulen

Brixen - Neue Wege gehen am Beispiel Südtiroler Schule: Einwöchiger Besuch von Schulkräften aus Island im Schulsprengel Brixen/Milland

 

Gute Konzepte und erfolgreiche Praxis – das möchte eine isländische Grund- und Mittelschule von anderen europäischen Schulen aufnehmen. Von 14. bis 19. Oktober besuchten Schulführungskräfte aus Mosfellsbaer, einer 10.000-Einwohner-Stadt in der Nähe von Reykjavic, unter anderen den Schulsprengel Brixen/Milland, um sich Anregungen für ihre Schulentwicklung zu holen. Besonders beeindruckt waren sie von den  freien Unterrichtsformen in den verschiedenen Klassen des Schulsprengels und von der Sprachenvielfalt im Unterricht.

 

Was in der Wirtschaft als „kontinuierlicher Verbesserungsprozess“ bekannt ist, trägt an Schulen den Namen „Schulentwicklung“. Auch an der Grund- und Mittelschule des isländischen Städtchens Mosfellsbaer ist Schulentwicklung etabliert und zielt darauf ab die Qualität von Unterricht, Schulklima und Schulorganisation nachhaltig zu sichern und Stück für Stück zu verbessern. Im Rahmen einer internen Fortbildung haben rund 60 Schulführungskräfte und LehrerInnen Schulen in Deutschland, England, Frankreich, Spanien, Kanada und eben auch Südtirol besucht. Eine Woche lang beobachteten sie den Unterricht an verschiedenen Grund- und Mittelschulen in Bozen und Brixen, nahmen die Arbeitsatmosphäre wahr und erhielten Einblick in die Schulorganisation.

 

Im Mittelpunkt ihres Interesses lagen vor allem in den differenzierten Unterrichtsformen in den Montessori-Grundschulklassen des Schulsprengels Brixen/Milland, der Unterricht mit den Schulfächern Italienisch und Englisch und die Praxis der inklusiven Pädagogik. „Besonders beeindruckt hat uns wie ruhig und konzentriert die Schüler während den Freiarbeitsstunden arbeiteten“, so Johanna Magnùsdottir, Direktorin der isländischen Schule, und stellte Vergleiche zu ihrer Schule an. „In den Südtiroler Klassen sind zwar mehr Schüler, aber es herrscht eine ruhige und entspannte Arbeitsatmosphäre“, bemerkte Magnùsdottir und wird zuhause konkrete Anregungen für eigenverantwortliche Unterrichtsformen geben. Dabei werden den Kindern im verstärkten Maße selbständige Mitbestimmung bei der Arbeitswahl, Partnerwahl, Zeit- und Bewegungsfreiheit zugestanden.

 

Wie in Island gilt in Italien nach wie vor der Grundsatz „Eine Schule für alle“. „Private Schulen wie etwa in Deutschland, Österreich oder Großbritannien sind in Italien noch nicht sehr verbreitet“, merkt Elisabeth Flöss, Direktorin des Schulsprengels Brixen/Milland, an. Darüber hinaus betont Flöss, dass die Integration von Kindern mit besonderen Bedürfnissen im italienischen Schulsystem ein nicht mehr weg zu denkender Bestandteil ist, ebenso wie das bedeutende Mitspracherecht von Eltern und Lehrern: Eine Entwicklung, die auf tief verwurzelte Reformen in den 1970er- und 1980er-Jahren  zurück greift. Seit Schulbeginn haben bereits fünf verschiedene Delegationen den Schulsprengel Brixen/Milland besucht, weitere Hospitationen sind in Aussicht.

 


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Einer von vielen Schulbesuchen: Schulkräfte aus Island holen sich Anregungen an der Grund- und Mittelschule des Schulsprengels Brixen/Milland. Im Bild Direktorin Elisabeth Flöss (rechts) mit der isländischen Direktorin Johanna Magnùsdottir (links), der Übersetzerin und einem isländischen Lehrer.
2_Islaender_Gespraech.jpg Die isländische Direktorin, Johanna Magnùsdottir,, im Gespräch mit ihrem isländischen Lehrerteam.
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Die isländischen Schüler haben derzeit Herbstferien: Die Schulführungskräfte und Lehrer (im Bild mit Elisabeth Flöss, Direktorin des Schulsprengels Brixen/Milland links letzte Reihe) einer Grund- und Mittelschule aus Mosfellsbaer holen sich in dieser Zeit Anregungen aus dem Südtiroler Schulalltag.​