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Mittelschüler lernen „ihre“ Geschichte kennen

Ein Schwerpunkt der Projektwoche an der Mittelschule „M. Pacher“:
Zeitgeschichte Südtirol: SchülerInnen erleben Vortrag von Historiker Hans Heiss und besuchen Schauplätze der Erinnerung

 

Brixen/28. März 2017 – Militärisch in Reih und Glied, die Hände am Rücken verschränkt und einheitlich in weißen Schürzen – so saßen Schülerinnen vor rund 90 Jahren in Südtirols Schulklassen. An der Wand ein Schriftzug mit „Duce“ und die Lehrperson sprach ausschließlich Italienisch. Im Rahmen der Projektwochen an der Mittelschule Michael Pacher (27. bis 30. März 2017) sprach Hans Heiss, Historiker und Landtagsabgeordneter der Grünen, einführend über Meilensteine der Südtiroler Zeitgeschichte. Bei der anschließenden Lehrfahrt besuchen die SchülerInnen Bauten aus der faschistischen Zeit in Bozen.

 

„Südtirol hat eine schwierige Geschichte durchgestanden. Dennoch haben es die Südtiroler verstanden, sich durch Geschick und Arbeitsfleiß zu einer wohlhabenden, modernen Region in Europa zu entwickeln“, merkt Historiker Hans Heiss am Beginn seines Vortrags an. Die Inhalte seines Vortrags dienten auch als Modellbeispiel für die Autonomie ethnischer Minderheiten, die Hans Heiss vor kurzem einer Delegation aus Burma vorgestellt hatte.

 

Während des Vortrags führte Hans Heiss SchülerInnen der dritten Klassen der Mittelschule Michael Pacher an Meilensteine der Südtiroler Zeitgeschichte: Von der Zeit als Südtirol und Trentino noch Teil des Kronlandes Tirol waren, über schwere Jahre der Entbehrung während des ersten Weltkrieges, über den Beginn der Italianisierung Südtirols im Jahr 1922, über die unselige Optionszeit, Zweiter Weltkrieg, Pariser Vertrag, Erstes Autonomiestatut, Los von Trient, den Sprengstoffanschlägen in den 60er Jahren bis hin zum endgültigen Paketabschluss im Jahr 1972. Unter anderem sprach er die politischen Hauptakteure der jeweiligen Zeit an und stellte vor allem auch historisches Bildmaterial über Brixen vor.

 

Mit diesem Rüstzeug an Wissen bearbeiten die SchülerInnen mit ihren Geschichte-Lehrern Materialien zur Zeitgeschichte Südtirols und besuchen in den kommenden Tagen Orte der Vergangenheit: Das Semirurali-Haus in der Baristraße 11 ist eines der wenigen, erhalten gebliebenen Häuser der Semirurali-Zone in Bozen. Es gab nahezu Tausend von ihnen und sie waren Ende der 1930er Jahre für die Arbeiter der großen Industriebetriebe in Bozen gebaut worden. Es war eine der heikelsten Zeiten der Bozner Stadtgeschichte, weil durch den Anschluss Südtirols an Italien die politische Lage unvermittelt umgewälzt wurde. Die Besichtigung des Mussolini-Reliefs am Bozner Gerichtsplatz, den Mazzini-Platz und das Dokumentationszentrum des Siegesdenkmals runden die Zeitreise ab.

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