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Der "Riese Röd" im Grünbereich der Schule

Für die deutsche Sprachgruppe in Südtirol gab es lange Zeit nur in Brixen, Meran und Bozen eine Mittelschule. Für die Kinder des Pustertales bedeutete dies, dass sie nur fern von Zuhause eine bessere schulische Ausbildung erfahren konnten und für die Eltern mit dem Heimaufenthalt der Kinder einen zusätzlichen finanziellen Aufwand, da an eine tägliche Heimfahrt der Kinder damals nur in den seltensten Fällen zu denken war.
Vor allem dem damaligen Professor Dr. Josef Röd und der tatkräftigen und interessierten Brunecker Elternschaft war es dann im Jahre 1948 zu verdanken, dass in Bruneck eine so genannte „Lateinmittelschule“ errichtet werden konnte.
Die Schule öffnete am 16.10.1948 offiziell ihre Tore.

LINK: Schuljahr 1948-49

 

Es handelte sich dabei noch nicht um eine Pflichtschule. Die erforderlichen Schulräume stellten zunächst die Schwestern des Ursulinenklosters zur Verfügung.
Unterrichtet wurden anfangs die Fächer Deutsch, Geschichte, Erdkunde, Religion, Italienisch, Singen, Zeichnen, Turnen und wie der Name schon sagt auch Latein. Die Schule war die erste ihrer Art im Pustertal und nahm deshalb bald eine besondere Bedeutung ein und erfuhr großen Zuspruch von Seiten der Brunecker und Pustertaler Bevölkerung, wie die stark ansteigenden Schülerzahlen in den folgenden Jahren zeigten. Jetzt konnten lerneifrige und begabte Kinder des Pustertales diese Bildungseinrichtung nutzen. Für die Absolventen bedeutete der Abschluss der Lateinmittelschule den Einstieg in eine neue Berufswelt mit einer breiteren Palette an Berufsmöglichkeiten und dann natürlich auch die Möglichkeit eines Weiterstudiums.
Im ersten Schuljahr 1948-49 wurde die Anstalt noch als Außenstelle der Mittelschule Brixen geführt. Im darauf folgenden Schuljahr erhielt die Schule allerdings schon die Selbständigkeit und wurde von Direktor Dr. Josef Röd geleitet. Er stand ihr als Direktor bis ins Jahr 1959 vor.
 

 

 

 

Unter seinem Nachfolger Direktor Dr. David Kofler wurde die Brunecker Lateinmittelschule dann im Jahre 1963 im Zuge einer gesamtstaatlichen Schulreform in eine Einheitsmittelschule mit Pflichtschulcharakter umgewandelt. Neue Fächer wurden in das schulische Angebot aufgenommen, neue Lehrpläne im Unterricht umgesetzt: Die Schule sollte nun nicht wie bisher alleine Wissen vermitteln, die Fähigkeiten der Schüler ausbauen und sie zu mündigen Mitgliedern einer Gemeinschaft machen, sie hatte jetzt auch den Auftrag, die Persönlichkeitsentwicklung des einzelnen Schülers zu fördern. Schwierigkeiten brachte die Umwandlung unter anderem deshalb mit sich, weil alle Schüler verpflichtet wurden, eine Mittelschule zu besuchen. Das bedeutete, dass der Mittelschule in Bruneck neben den Schülern der Gemeinde Bruneck auch Schüler anderer Gemeinden, die über keine Mittelschule verfügten, zugewiesen wurden. Es waren dies zunächst die Gemeinden Gais, Percha und Olang.

Da die Schülerzahlen Jahr für Jahr wuchsen, kam es bald zu Raumschwierigkeiten. Die damals fast 600 Schüler waren auf drei Gebäude aufgeteilt. Zeitweise musste sogar in Turnussen (für die einen im Vormittag, für die anderen am Nachmittag) unterrichtet werden. Außerdem fehlten Turnhallen und die erforderliche Spezialräume für den Unterricht in Technischer Erziehung und die Musikerziehung. Dieses Problem wurde durch die Errichtung des heutigen Mittelschulgebäudes in der Josef-Ferrari-Straße gelöst. Außerdem fehlten Turnhallen und die erforderliche Spezialräume für den Unterricht in Technischer Erziehung und die Musikerziehung. Dieses Problem wurde durch die Errichtung des heutigen Mittelschulgebäudes in der Josef-Ferrari-Straße gelöst. Die neue Mittelschule erhielt den Namen „Dr. Josef Röd“. Die Lehrerschaft begründete die Namensgebung „durch die Verdienste, die sich Direktor Röd als Schulmann, und Direktor sowie wegen seiner wissenschaftlicher Tätigkeit in der heimatlichen Mundartforschung erworben hat“.

Büste Dr. Josef Röds im Innenhof der Schule

 

 

 Das Schulgebäude bei seiner Fertigstellung  

 

Bald nach der Fertigstellung im Jahre 1976 zeigten sich aber schon erste Mängel: Das lecke Flachdach verursachte immer wieder Wasserschäden, sodass Direktor Dr. Alois Dissertori, der 1975 an die Stelle des zum Schulamtsleiter aufgestiegenen Dr. David Kofler getreten war, die zuständigen Behörden zur Sanierung der Einrichtungen aufrufen musste. 1984 wurde die Schule saniert und erhielt ein wetterfestes Satteldach.

 

MS Röd mit Satteldach     


 

   

 

In diesen Zeitraum fällt auch die Einrichtung von integrierenden und kooperativen Klassen an der Schule, die die Aufnahme und Integration von Schülern mit Behinderung vorsah. Und dies geschah doch einige Jahre, bevor die Schulgesetzgebung solche fördernde und stützende Maßnahmen vorschrieb. Schließlich wurde es in den Schuljahren 1975-76 bis 1981-82 auch Werktätigen möglich gemacht, durch Kurse den Mittelschulabschluss nachzuholen.

Unter Dr. Johann Josef Müller (1995 bis 2000) und seinem Nachfolger Dr. Josef Duregger (2000 bis 2004) wurde an einer Qualitätsaufwertung der Schule gearbeitet, beispielsweise durch die Einrichtung eines Klassenzuges mit „musikalischer Ausrichtung“ (seit 1998-99), dem Schulversuch „technische Ausrichtung“ (seit 2002-03) und einem Pilotprojekt zur Potenzierung der italienischen Sprache (seit 2003-04).

 

Am 1. September 2004 übernimmt Dr. Markus Falkensteiner die Leitung des Schulsprengels Bruneck1. In das Schuljahr 2006-07 fällt die Eingliederung einer "Ganztagsklasse", welche in den folgenden Jahren zu einem ganzen Klassenzug ausgebaut wurde. In diesen Klassen wird nur an fünf Tagen in der Woche Unterricht gehalten. Dafür erhalten die Schüler auch an den Nachmittagen Unterricht.

Pustertals größte und älteste Pflichtschule ist in den letzten Jahren zwar in vielen Bereichen modernisiert und mit einer zeitgerechten Ausstattung an Spezialräumen versehen worden, der schlechte bauliche Zustand der sanitären Anlagen, der Fenster und Türen erforderte schließlich aber eine Generalsanierung. Die Umbau- und Erweiterungsarbeiten werden im Frühjahr 2008 in Angriff genommen und sind bereits im Herbst 2009 abgeschlossen.

     
Großbaustelle Röd im Schuljahr 2008-09    Ausweichquartier für ein halbes Schuljahr: das "blaue Haus" 
Unsere Schule nach dem Umbau im Herbst 2009 Die Schule vom Westen gesehen
 

 

  

Die Mittelschule "Dr. Josef Röd" erweitert im Schuljahr 2009-10 ihr vielfältiges Angebot: Ein Montessori-Zug wird aufgebaut. Damit ist die MS Röd die Nachfolgeschule für die Montessori-Schüler der Grundschule "Bachlechner".